Selbstversuch, Teil I: “Ich mach ma einfach”
Ich hab es getan! In der Bucht zugeschlagen bei einem China-Bass! Ojeh! Hoffentlich verursachen die Lacke keinen Ausschlag.
Das Spiel heisst immer noch “ich bastel mir einen simplen, aber bühnentauglichen Bass“. Hierzu hätte ich gerne mal die MM-Brickett-Variante als Fretless probiert.
Nun, die Rechnung ist eigentlich ganz einfach: mit einem MM-Pickup (Rockinger oder Delano) und StingRay-Pickguard komme ich -je nach Ausführung- auf locker über 100,- EUR. Weiterhin hätte ich einen meiner Trümmer-Bodies aufstemmen müssen, sowie verdrahten, verlöten, verlieren.
Unter der Markenbezeichnung DIMAVERY werden in der Bucht China-Instrumente zum Spottpreis verramscht, was natürlich meinen Erwartungen enge Grenzen setzt. Nichtsdestotrotz hat Dirk Groll, oberamtlicher Basstester der Gitarre & Bass, dem Objekt meiner Kaufeslust einige wichtige Basisqualitäten attestiert, so dass ich soeben eine Bastelbasis (Modellbezeichnung MM-501) käuflich erworben habe. Gesamtpreis incl. Versand: 118,90 EUR! Einschliesslich hochwertiger Gitarrentasche mit Notenfach, Trage- und Rucksackgurte, Gitarrengurt, Anschluß-Kabel, Satz Ersatz-Saiten, Satz Plektren. Wow. Wenn das mal nicht das ausschlaggebenden Kaufargument ist! Das Rundrum-Sorglospaket für den ambinionierten Einsteiger … ich kenne tatsächlich einen Bassisten, der bundlos mit Plektrum spielt.
Als Traditionalist musste es natürlich sunbörst sein:

Über den weiteren Verlauf dieser Aktion werde ich meine Getreuen auf dem Laufenden halten. Mit allen Höhen und Tiefen.
Am 24. September 2007 um 07:55 Uhr
Da bin ich ja mal gespannt, was der Fachmann sagt! Der Gitarre und Bass vertraue ich da immer nur bedingt. Und mit dem Teil hab ich auch schon mal geliebäugelt so als “Pimp-my-Bass”, oh nein Denglisch!!! Also ich meine einen Bas(s)tel-Bass.
Am 24. September 2007 um 19:14 Uhr
der Fachmann hat sein Urteil bereits abgegeben. Ich für meinen Teil kann nur meine subjektive Meinung zu dem Teil kundtun. Wer mich -bzw. meine Bässe- kennt, weiss, das diese Ansichten manchmal etwas seltsam sind.
Am 24. September 2007 um 20:19 Uhr
Na, ich bin auch mal sehr gespannt, denn ich möchte mir demnächst auch einen Fretless (mein ersten) mal zulegen, nur um zu schauen ob ich das auch kann.
Und wenn der dann auch noch so schick aussieht…. Hoffentlich klingt er auch einigermaßen.
Am 24. September 2007 um 21:29 Uhr
Casa, wenn du noch nie ernsthaft bundlos gespielt hast, würde ich dir dringend zu einem Modell mit liniertem Griffbrett raten. Im unteren Preissegment fällt mir da z. B. der Squier Jazz aus der Vintage Modified Serie ein.
Das hilft ungemein - insbesondere, wenn bei dem 2007er Dimavery die Lagenmarkierungen noch (wie Dirk Groll festgestellt, bzw. bemängelt hat) denen eines Bundbasses entsprechen. Als Fretless-Einsteiger bist du da definitiv gekniffen.
Alternativ geht immer (habe ich auch in Erwägung gezogen), einen Bundbass zu kaufen und zu entgräten.
Am 25. September 2007 um 06:19 Uhr
Auch der Basscake ist gespannt. Ich hatte mal das Vergnügen einen original Musicman fretless anzuspielen. Schick ist das schon, wenn man nicht Tschako oder Prezi als Soundideal definiert.
Für mich als alter Musicman-Fan war das nicht schwer.
Am 25. September 2007 um 15:11 Uhr
Hab das Teil übrigens noch mal 10 Euro günstiger gesehen! So wie das aussieht wird das das größte “Stöckchen” der Blog-Geschichte
Großer Wettbewerb im “Billig-Bass” verbasteltn. Wo bei ich immer wieder gerne meinen 100 € Pseudo-Jazz spiele. Teuer oder nicht wird meiner Meinung nach überbewertet.
Fretlines als Pflicht für den Anfänger? Nö würde ich nicht so sehen. Casa ist keine Newbie am Bass. Für den Anfang geht auch Tesa und weisser Edding!
Am 27. September 2007 um 10:17 Uhr
Ja, Anfänger bin ich nicht, aber Fretlines erleichtern es bestimmt undgemein, ausserdem habe ich jetzt Lust auf ein Bas(s)telprojekt. Billig MM-Kopie entgräten :o) Das kommt dann bald und ich werde berichten.
Gibt es irgendwas zu beachten? Wie Lackiere ich den Hals, falls das danach getan werden muss am besten? Und mit was schließt man am besten die entstandenen Krater?
Für jeden Tipp Dankbar,
Casa
Am 27. September 2007 um 20:16 Uhr
Nur mal zur Klarstellung: ich habe Casa nicht unterstellt, Newbie am Bass zu sein. Die Diskussion für und gegen Fretlines ist uralt, ich würde eben eher zu liniertem Griffelbrett raten. Der gemeine E-Bassist spielt eben nicht nur nach Gehör, sondern kommt oft in Situationen, in denen eine optische Kontrolle äusserst hilfreich ist. Egal, muss jeder für sich entscheiden.
Zum Entgräten:
1. jeder Hals klingt anders, und bundlos hört man den Unterschied. Ein passabler Bundbass kann durchaus zum schlechten FL werden.
2.Bundstäbchen werden durch “Widerhaken” im Holz gehalten. Die müsste man erst plätten, um nicht zuviel Holz vom Griffbrett mit raus zu ziehen (ist mir bei meinem Fender passiert).
3.Der Gitarren- bzw. Bassbauer füllt mit Ahornstreifen, der Hobbyist mit stinknormalem Holzkitt. Wird das Griffbrett hinter nicht von einem Profi abgerichtet, hast du immer leichte Wellen, die normal nicht stören … aber stören können.
4. Jaco hat mit 2-Komponenten-Bootslack sein Palisander vor Rounds-Fraß geschützt. Da ich Flats spiele, brauche ich nicht zu lackieren, wovon ich auch als DIY-Projekt abraten würde. Ebenholz oder Phenol ist meist auf Bundbässen nicht zu finden, aber widerstandsfähiger.
Übrigens, er ist da!
Bericht folgt.
Am 28. September 2007 um 08:22 Uhr
Ich hatte selberentgraten auch schonmal angedacht! Aber ehrlich gesagt, hab ich Angst, dass die das Griffbrett zerfrase, durch die “Widerhaken” oder dannach das Schleifen nicht richtig hinbekomme.
Anleitungen gibt es genug im Internet, aber die sagt ein befreundeter Gitarrenbauer:
“Wenn es diese Internet-DIY-Anleitungen nicht gäbe hätte ich nur halb soviele Kunden!” Die meisten vermurksen wohl den Bass.
Die andere Hälfte sind übrigens missratene ibäh-Einkäufe
Mir wurde mal das “prof.” defretten für 120 € ohne Garantie angeboten. Dafür kann ich mir auch einen neuen Kaufen.
Bin gespannt ob die Fehler aus dem G&B-Test behoben wurden….
Am 28. September 2007 um 22:02 Uhr
Lass dich überraschen - ein Bericht ist in Arbeit.
Am 10. Oktober 2009 um 07:55 Uhr
Großartig, dass es solche Bloggs gibt